Andacht – 28.02.2021 – Sonntag Reminiszere

Psalm 25,1-9 – Wochenpsalm des Sonntags Reminiszere

1Nach dir, HERR, verlangt mich.

2Mein Gott, ich hoffe auf dich;

lass mich nicht zuschanden werden,

dass meine Feinde nicht frohlocken über mich.

3Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret;

aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter.

4HERR, zeige mir deine Wege

und lehre mich deine Steige!

5Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!

Denn du bist der Gott, der mir hilft;

täglich harre ich auf dich.

6Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte,

die von Ewigkeit her gewesen sind.

7Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend

und meiner Übertretungen,

gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit,

HERR, um deiner Güte willen!

8Der HERR ist gut und gerecht;

darum weist er Sündern den Weg.

9Er leitet die Elenden recht

und lehrt die Elenden seinen Weg.

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach dem Vers aus Psalm 25,6 trägt der Sonntag Reminiszere (= Gedenke) seinen Namen: „Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.“ Dieses alte Gebet ermuntert dazu, Gott an seine Barmherzigkeit und Güte zu erinnern. Den Pandemie-Alltag haben wir wohl alle irgendwie satt. Es nervt uns, dass wir uns nicht treffen können. So Vieles bleibt auf der Strecke. Sich an Gott zu orientieren, sich von Gott her Wegweisung zu erwarten, öffnet die Isolation. Wir gehören in eine Menschheitsfamilie. Am heutigen Sonntag Reminiszere haben wir im Gottesdienst an benachteiligte und verfolgte Schwestern und Brüder in Indien gedacht und für sie Fürbitte gehalten. Sie sind herzlich eingeladen, das über die Woche hin noch fortzusetzen. Auf der Internetseite der EKD, der Evangelischen Kirche in Deutschland, gibt es ein Materialheft, was über Indien und die Lebensbedingungen dort informiert. Diesem Heft ist auch das folgende Gebet entnommen. Die Pandemiesituation und weitere Nöte verengen unseren Blick und unser Leben. Das Gebet öffnet für die Hoffnung. So wird sich bewahrheiten: „Mein Gott, ich hoffe auf dich; lass mich nicht zuschanden werden“.

Gott behüte Sie!

Ihr Pfarrer Frank Nötzold

Link zum Materialheft „Fürbitte für bedrängte und verfolgte Christen, Sonntag Reminiszere, 28. Februar 2021, Im Fokus: Indien“

 

Reminiszere – von Christina Brudereck

Erinnere Dich, Herr, an Deine Zuneigung und an Deine Freundlichkeit.

Und erinnere uns daran wie Du bist.

 

Wir erinnern uns an Abschiede und Verluste.

Erinnere Du uns an Deine Liebe bis in Ewigkeit.

Auf dass wir dem Leben treu bleiben.

 

Wir vergessen nicht so schnell – Verzicht und Einschränkungen.

Erinnere uns an unsere Freiheiten.

Auf dass wir sie nutzen.

 

Wir vergessen nicht so schnell – Schmerz und Sehnsucht.

Erinnere uns auch an unser Glück und Gelingen.

Auf dass wir dankbar werden.

 

Wir erinnern uns an unsere Grenzen.

Erinnere Du uns an weltweite Verbundenheit.

An unsere Geschwister, die nördlich und südlich, östlich und westlich von uns leben.

An Familie Mensch auf allen Kontinenten und Inseln,

die wie wir vertraut, hofft und liebt.

 

Erinnere Dich an Deine Zuneigung, Herr.

Dass sie unsere Stimme wird.

An Deine Freundlichkeit.

Dass sie sich in unseren Taten zeigt.

An Deine Gütekraft.

Dass sie mit uns wirksam wird.

 

Erinnere uns, dass wir nicht alleine sind.

Himmel und Erde sind verbunden.

Und es kommen neue Tage zu danken.

 

Erinnere uns, dass wir nicht alleine sind.

Alle Menschen sind verbunden.

Auf dass wir schöner wünschen lernen.

 

Erinnere uns immer wieder an Deine Geschichte mit uns.

Auf dass unser Herz stark wird.

 

Erinnere Dich und erinnere uns an Deine Güte.

Und an unsere gemeinsame heilige Aufgabe der Zuversicht.

 

Amen.

Es werde wahr mit uns.

Christina Brudereck in: Fürbitte für bedrängte und verfolgte Christen, Sonntag Reminiszere, 28. Februar 2021, Im Fokus: Indien, S. 3

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