Andacht – 04.04.2021 – Ostern

Tod, wo ist dein Sieg?

Tod, wo ist dein Stachel?

Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz.

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!

Paulus im 1. Korintherbrief 15,55-57

Liebe Leserin, lieber Leser!

„Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.“ So rufen sich Christinnen und Christen seit Jahrhunderten zu. Die Lebenslagen waren verschieden und oft schwierig. Der Apostel Paulus spricht im Bild: Der Tod hat einen Stachel, wie ein Skorpion, dessen Stich tödlich sein kann. Der Stachel des Todes ist die Sünde. Was uns von Gott trennt, wird zum tödlichen Stachel. Das andere biblische Bild, was uns im sogenannten „Sündenfall“ (1.Mose 3) begegnet, ist das der Schlange. Eine Schlange kann tödlich beißen oder aber ihr Opfer würgen. Es sind bedrohliche Bilder, die zur Sprache kommen, bei Paulus und in dem beigefügten Osterlied.

Das Corona-Virus überschattet nun bereits das zweite Osterfest. Die nötigen Hygienemaßnahmen halten uns in einem Würgegriff. Wir können nicht so zueinander kommen, wie wir möchten. Jede und jeder von uns merkt, dass es an den Nerven zerrt.

Das winzige Virus arbeitet mit einem Stachel, der den Zugang zu menschlichen Körperzellen verschafft. Die betroffene Zelle stellt nun Viren her, die sich weiter verteilen und neue Körperzellen befallen. Jedes Virus hat winzige Stacheln des Todes. Das Corona-Virus verändert sich und es ist abzusehen, dass es ansteckender wird und seine Stacheln vervollkommnet. Das sind keine guten Aussichten.

Ostern ist mehr als ein Frühlingsfest. Es geht um Leben und Tod. Von Ostern können wir nicht reden, ohne auf den Tod Bezug zu nehmen. Kriege, Seuchen und Naturkatastrophen hatten auch unsere Vorfahren auszuhalten. In diese Nöte hinein wurde die Ur-Kunde der Jüngerinnen und Jünger Jahr um Jahr neu hineingesprochen: Jesus lebt! Diese Osterbotschaft wird uns auch in diesem Jahr verkündet.

Jesus Christus wurde auferweckt! – Das ist Protest gegen den Tod, gegen alles, was uns von Gott und untereinander trennt. Übrigens heißt „Protest“ „für etwas zeugen“. Ostern bezeugt das Leben! Als Christinnen und Christen wagen wir es zu protestieren, auf Friedhöfen, in Krankenhäusern, an Schreibtischen und Werkbänken, über den Gartenzaun.

Das Bild zu dieser Andacht zeigt einen Teil des wunderbaren Altars der St.-Salvator-Kirche in Jöhstadt, wo ich meine erste Pfarrstelle hatte.

Christus steht ganz locker auf der „Schlange“. Sünde und Tod hat er niedergerungen, nun ist für Christus der Kampf vorbei und der Sieg errungen. Christus hat den Tod „unter die Füße bekommen“.

Ihnen und uns allen wünsche ich, dass wir die Sch…-Pandemie unter die Füße bekommen. Mögen Sie zuversichtlich bleiben, gestärkt von der Hoffnung auf das Leben. Bleiben Sie mit dem Lebendigen im Gebet verbunden und von IHM an Leib und Seele bewahrt. Suchen Sie den Kontakt zu anderen österlichen Protestanten der Auferweckung.

Herzlich grüßt Ihr

Pfarrer Frank Nötzold

 

EG 106 Erschienen ist der herrlich Tag

1. Erschienen ist der herrlich Tag,

dran niemand g’nug sich freuen mag:

Christ, unser Herr, heut triumphiert,

sein Feind er all gefangen führt.

Halleluja.

2. Die alte Schlange, Sünd und Tod,

die Höll, all Jammer, Angst und Not

hat überwunden Jesus Christ,

der heut vom Tod erstanden ist.

Halleluja.

3. Sein’ Raub der Tod musst geben her,

das Leben siegt und ward ihm Herr,

zerstöret ist nun all sein Macht.

Christ hat das Leben wiederbracht.

Halleluja.

4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur,

alls, was betrübet war zuvor,

das freut sich heut an diesem Tag,

da der Welt Fürst darniederlag.

Halleluja.

5. Drum wollen wir auch fröhlich sein,

das Halleluja singen fein

und loben dich, Herr Jesu Christ;

zu Trost du uns erstanden bist.

Halleluja.